Englische Gärten
// Juli 15th, 2011 // No Comments » // Allgemein
Die Entwicklung des englische Landschaftsgartens steht im kompletten Kontrast zu den französisch geprägten Barockgartenanlagen. Diese zeichnen sich durch großzügig angelegte geometrische Blumenbeete aus, im Gegensatz dazu findet man in englischen Gärten kaum blühende Pflanzen oder Gewächse. Ganz im Gegenteil zu den strengen Formen und Beschneidungen der Büsche und Pflanzen geht es in der neuen Gartenform darum, eher der Natur seine Ursprünglichkeit zu belassen und die Landschaftsgestaltung so wenig zu verfremden wie möglich. Was aber nicht bedeutet, dass in diesem Fall weniger Pflege und Aufmerksamkeit gefragt ist, eher im Gegenteil, denn auch Naturbelassenheit muss gekonnt in Szene gesetzt werden.
Neben der Eigenschaft, kaum blühende Pflanzen aufzuweisen, sind auch Gräben bzw. versenkte Mauern ein traditionelles Merkmal für englische Gärten. Dies soll den optischen Eindruck erwecken, dass der unmittelbar vor dem Betrachter liegende Rasen mit der weiter hinten liegenden Umgebung und Landschaft als Einheit gesehen wird und Abgrenzungen bzw. Zäune die freie Sicht nicht stören.
Gerne findet man in englischen Gärten kleine Tempel oder Pagoden, die ursprünglich aus China stammen. Auch die aus anderen Gartenanlageformen bekannten geradlinigen Wege oder Kanäle wird man hier kaum finden, naturbelassene Wege und kleine Flüsse bahnen sich ihr Fortkommen ganz natürlich und kaum beeinflusst. Dazwischen findet der Parkbesucher immer wieder kleinere Wälder oder freistehende Bäume, die völlig ohne geometrisch wirkenden Einfluss gepflanzt wurden und den natürlichen Eindruck eines englischen Gartens zusätzlich unterstützen. Mancherorts finden sich Teichanlagen oder kleine Badeseen inmitten dieser Anlagen, die im Sommer zu gemütlichen Ausflügen einladen und als Erholungsoasen für Städter gerne in Anspruch genommen werden.
Bekannte öffentliche Gartenanlagen, die der typischen Anlage eines englischen Gartens entsprechen findet man in München im großzügigen Englischen Garten, der nicht nur Einheimische sondern auch Touristen und Besucher zum Verweilen oder Spazieren einlädt. Aber auch der Rompark in Dortmund und der Georgen-Garten in Hannover gelten als perfekte Inszenierungen dieser Gartenanlagen.
